Was ist Innovationsmanagement?

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Themen oder Teilbereiche des Innovationsmanagements sind:

  • Innovationsprozesse: Der Prozess, eine Idee in eine erfolgreiche Innovation zu verwandeln. Umfasst Konzeptentwicklung, Business Plan, Lösungsentwicklung, Prototyping, Einführung und Marketing.  
  • Innovationskultur:Die Schaffung einer (Unternehmens)-Kultur, die Innovationen durch Wertschätzung von Kreativität und Akzeptanz gescheiterter Experimente fördert. 
  • Rollenverteilung: Die Zuweisung von Rollen an Mitarbeitende, um Strukturen zur Entscheidungsfindung, Prozessverantwortung und mehr zu finden, z.B. wer entscheidet, welche Ideen von wem realisiert werden. 
  • Ideenmanagement: Ideen finden, entwickeln und bewerten. 
  • Zukunftsmanagement: Identifikation von Trends, Gelegenheiten und Risiken.
  • Innovationsstrategie: Planung von Innovationsaktivitäten wie einer Innovations-Roadmap
  • Offene Innovation: Anzapfung von Innovationsnetzwerken, um externe Innovationsquellen und -ressourcen zu nutzen. 
  • Portfoliomanagement: Innovations-Controlling zur Verwaltung von Innovationsaktivitäten.
  • Urheberrecht: Umgang mit Patenten und Eigentumsrechten

 

Ist Innovationsmanagement dasselbe wie Forschung und Entwicklung?

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Innovationsmanagement und F&E sind zwei Paar Schuhe, trotzdem ist F&E wichtig für den Innovationsprozess, weil Wissenschaftler in dieser spezialisierten Organisationabteilung neue Technologien entwickeln. Innovationsmanagement hingegen nutzt die Mittel, über die ein Unternehmen bereits verfügt, und versucht, Mitarbeitende aller Ebenen einzubeziehen – einschließlich F&E.  

Ein Beispiel für Innovationsmanagement wäre ein interdisziplinäres Team aus einem F&E-Techniker, jemandem aus dem Marketing und einem Lieferanten. Diese drei würden die bestehenden Technologien und Fähigkeiten des Unternehmens nutzen, um ein neues Produkt für den Verkauf zu entwickeln. 

 

Woher kommt das Innovationsmanagement?

Natürlich hat es seit Entwicklung der ersten Steinwerkzeuge schon immer Innovationen gegeben. Während weder Innovation noch Management etwas Neues sind, erscheint „Innovationsmanagement“ als fester Begriff erst seit den späten 1990ern und frühen 2000ern regelmäßig in der Literatur. 

 

Innovationsmanagement geht von schöpferischer Zerstörung aus

Der Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter betonte als erster die Notwendigkeit für Unternehmen, Innovationen vorzunehmen. Er nannte das schöpferische Zerstörung, einen „Prozess der industriellen Mutation, der die Wirtschaftsstruktur unaufhörlich von innen heraus revolutioniert, unaufhörlich die alte zerstört, unaufhörlich eine neue schafft.“ (1942 Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie). 

Mit anderen Worten werden nicht-innovierende Unternehmen vom Markt zerstört und schaffen Raum für neue – demnach der Begriff ‚schöpferische Zerstörung‘. Schumpeter ging sogar noch weiter und behauptete, dass langfristige Wirtschaftszyklen und der Wohlstand der Gesellschaft als Ganzes von technologischen Innovationen abhängen.

Zwar betonte Schumpeter die Wichtigkeit von Innovationen, allerdings konnten Unternehmen sie nicht ohne Weiteres vornehmen. Es gab nur wenige Theorien und noch weniger empirische Beweise darüber, was passieren würde, wenn ein Unternehmen neue Dinge ausprobiert. 

 

Innovationsmanagement stieg gemeinsam mit der Technologiebranche auf

Fast das gesamte 20. Jahrhundert lang wurde Innovation als Diversifizierung bezeichnet (laut der Ansoff-Matrix von 1957) und hauptsächlich mit Industrieunternehmen in Verbindung gebracht, die eine neue Produktlinie auf den Markt bringen. 

„Innovationsmanagement“ etablierte sich erst während der 90er als fester Begriff, zusammen mit den vielen wachsenden Technologieunternehmen, die weitaus mehr von Innovationen abhingen als beispielsweise Coca-Cola 

Das Management dieser Technologieunternehmen war unkonventionell. Als Steve Jobs 1997 zu Apple zurückkehrte, feuerte er alle General Manager an nur einem Tag. Anstatt dass General Manager andere Manager führen, führten jetzt Experten andere Experten. Jobs‘ Grund dafür war, dass es leichter sei, einen Software-Experten zu schulen, wie er zu managen hat, als einen Manager zu schulen, wie er Software zu verstehen hat. 

Innovationsmanagement ist nicht zwingend anarchisch (Vorreiter in innovativen Technologieunternehmen wie der verstorbene Steve Jobs oder Elon Musk führten und führen beispielsweise mit hoher Autorität), sondern verlässt sich auf einen offenen Informationsaustausch über Hierarchien hinweg. Diese Denkweise hat sich dank des Internets stark weiterentwickelt.

Innovationsmanagement kann nicht vom Internet getrennt sein 

Kollaborationsnetzwerke und offene Innovation sind Schlüsselkonzepte im Innovationsmanagement. Beide haben mit dem Internet ein enormes Wachstum verzeichnet. Das soziale Konstrukt des Collaborative Innovations Networks (CoIN) wurde von MIT Center for Collective Intelligence definiert als "Cyber-Team aus selbstmotivierten Personen mit gemeinsamer Vision, dem das Internet es ermöglicht hat, durch Teilen von Ideen, Informationen und Arbeit an gemeinsamen Zielen zusammenzuarbeiten“.  

Beispiele für bahnbrechende Innovationen, die durch solche Innovationsnetzwerke entstanden sind, sind das Internet selbst, Linux oder Wikipedia.  

Offene Innovation, Gruppenintelligenz und Innovationsnetzwerke sind Ideen, die von digitalen Technologien begleitet werden. Deshalb könnte man sagen, dass das Internet traditionell die entscheidendste Technologie für das Innovationsmanagement ist. Ja – es ist sogar wichtiger als Post-it-Notizen.  

In der Praxis greift das Innovationsmanagement jedoch auf eine Vielzahl an Tools und Werkzeugen zurück.

 

Was sind die Tools des Innovationsmanagements?

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Es gibt zahlreiche Methoden und Tools im Innovationmanagement, die oft durch eine Kombination aus Softwares, Coaching und Workshops vermittelt werden. Beispiele für Innovationsmanagement-Tools sind unter anderem: 

  • Brainstorming 
  • Prototypenerstellung 
  • Produktlebenszyklus-Management 
  • Ideenmanagement 
  • Design Thinking 
  • TRIZ 
  • Das Phase-Gate-Modell 
  • Projektmanagement 
  • Sortimentsplanung 
  • Portfoliomanagement   

Welche Tools ein Unternehmen nutzt, hängt von den Zielen, der Branche, der Kultur und der Größe ab. Wir von rready bieten beispielsweise KICKBOX an, ein geführtes Programm kombiniert mit digitalen Tools, das am besten für große Organisationen geeignet ist, die neue Ideen validieren und einführen möchten. 

Es gibt allerdings eine Vielzahl anderer Tools da draußen für die verschiedensten Anwendungszwecke, von Kreativitätsentwicklungstechniken und Unternehmensgründungs-Tools bis hin zu Interfacemanagement-Methoden. Viele Innovationsmanagement-Tools gehen jedoch von Kollaborationen aus oder sind zumindest auf sie ausgerichtet.

 

Warum Innovationsmanagement-Tools auf Kollaborationen ausgerichtet sind: 

Das Innovationsmanagement hängt von offener Innovation ab, anstatt auf deinen Daten zu hocken; von Zusammenarbeit von Abteilungen, anstatt sich unter deinem Tisch zu verstecken. Große Innovationen werden nur selten von einer einzigen Person ins Leben gerufen, allerdings sind Leute mit innovativen Ideen oft individualistische Introvertierte.  

Menschen haben kein Schwarmdenken und Kollaborationen können nur durch konstante Anstrengungen entstehen. Aus diesem Grund schließt die Innovationsentwicklung häufig einen Satz an Tools und Aktivitäten ein, um ein gemeinsames Verständnis über die Prozesse und Ziele zu schaffen. Das ist entscheidend, weil sich diese Methode darauf verlässt, dass Personen aus unterschiedlichen Abteilungen oder gar Unternehmen zusammenarbeiten. Diese Personen haben verschiedene berufliche Erfahrungen und Bildungshintergründe und – was lästig sein kann – verschiedenen Sichtweisen, wie die Dinge richtig gemacht werden sollten.  

Diese ungleichen Denkweisen, Disziplinen und Persönlichkeiten in einen kontinuierlichen Fluss zu bringen, ist der Zweck des Innovationsmanagementprozesses. 

 

Was ist der Innovationsmanagementprozess?

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Wie der Innovationsmanagementprozess in einem Unternehmen funktioniert, hängt von der zugrundeliegenden Methode ab. Vier gängige Wege, den Innovationsmanagementprozess zu sehen, sind Push vs. Pull, der Phase-Gate-Prozess, das Lean Startup Modell und Bottom-up vs. Top-down 

1. Push vs. Pull

Push-basierte Modelle sind intern und technologisch orientiert, während Pull-basierte Systeme extern und marktorientiert sind.  

Push-basierte Modelle werden normalerweise von großen Technologie- oder Pharmaunternehmen eingesetzt. Diese haben bereits einen Kundenstamm, Marktdaten und viele Ressourcen, die sie in ihre F&E-Abteilung stecken können. Ein Beispiel wäre Apple, das mehr Kapital hat, als es in sein eigenes Unternehmen reinvestieren könnte, und es sich leisten kann zu scheitern. 

Pull-basierte Modelle werden oft von kleineren Unternehmen mit weniger Ressourcen verwendet. Sie sammeln Daten über potenzielle Kunden und ihre Zahlungsbereitschaft, bevor sie in neue Produkte oder Dienstleistungen investieren. Das senkt das Risiko von Fehlschlägen, braucht aber mehr Zeit für die Marktforschung.  

2. Phase-Gate-Prozess

Der Phase-Gate-Prozess kommt oft in der Software-Entwicklung zum Einsatz und ist auch als Wasserfall bekannt. Der Prozess wird in Phasen aufgeteilt, die von Entscheidungspunkten getrennt sind, den sogenannten Gates. Bei jedem Gate wird die Qualität der Idee neu bewertet. Dies führt zu fünf möglichen Ergebnissen: :go, kill, hold, recycle oderconditional go. 

Der Prozess geht davon aus, dass du mehr Ideen als Ressourcen hast und sicherstellen möchtest, dass nur die besten Ideen übrigbleiben. 

3. Lean Startup Modell

Das Lean Startup Modell ist von der schlanken Produktion inspiriert und möchte Abfall verringern, fortlaufende Verbesserungen schaffen und den Kunden verstehen.  

Es ist eine iterative Methode, die schnellstmöglich ein Minimum Viable Product (MVP) schaffen möchte. Dieses Produkt ermöglicht es dann, mit geringstmöglichem Aufwand maximale Datenmengen über den Kunden zu sammeln. Dies führt wiederum zu einem verbesserten Produkt und so weiter. Dieser iterative Prozess wird der Build-Measure-Learn-Zyklus genannt. 

4. Bottom-up vs. Top-down

Aufgrund des Schwerpunkts auf hierarchieübergreifende Kollaborationen und offene Innovation zielt das Innovationsmanagement normalerweise auf einen Bottom-up-Ansatz ab. Das bedeutet, dass alle Mitarbeitenden Ideen einbringen können und dafür verantwortlich gemacht werden, sie umzusetzen. Es lohnt sich jedoch auch zu überlegen, inwiefern Bottom-up-und Top-down-Methoden kombiniert werden können. 

 

Der Kern des Innovationsmanagementprozesses

Alle Methoden des Innovationsmanagementprozesses haben Dinge gemeinsam und wir sind der Meinung, diese Dinge sind 3 Phasen: 

  1. Validierung: Gib eine Idee ab, die jemand möchte 
  2. Proof-of-Concept: Bestätige, dass deine Idee funktionieren würde 
  3. Einführung: Arbeite aus, wie du sie umsetzen kannst 

Erste Phase: Validierung 

Bewerte die Attraktivität für den Markt, sprich für die potenziellen Kunden. Wenn es deine Idee schon geben würde, würde sie irgendjemand wollen? 

Das Segway ist ein berühmtes Beispiel für eine Idee, die nicht ausreichend validiert wurde. Das ursprüngliche Ziel des Segways war, den Transport zu revolutionieren. Und es hat auch funktioniert! Da es aber so bescheuert ausgesehen hat, wollte außer Polizisten und Touristen niemand auf Segways unterwegs sein – was wirklich schon alles sagt.  

Zweite Phase: Proof-of-Concept

Es gibt Leute, die deine Idee kaufen würden. Gut, aber kannst du sie auch tatsächlich umsetzen? Beweise die Machbarkeit deiner Idee und leg Daten vor, die deine Argumente stützen. Die Aufgabe eines Innovationsmanagers ist, sich die zugrundeliegenden Daten und die Gültigkeit vorgebrachter Argumente genau anzusehen 

Ein gutes Beispiel für einen unzureichenden Machbarkeitsnachweis ist das fliegende Auto. Der potenzielle Markt ist gewaltig, doch seit über einem Jahrhundert haben es Dutzende Unternehmen von Curtiss bis Boeing immer wieder versucht, nur um am Ende zu scheitern. Manchmal scheiterten sie erst spät im Prozess, was sehr teuer wurde. 

Dritte Phase: Einführung

An diesem Punkt hat der Ideengebende bestätigt, dass Kunden die Idee wollen und dass sie durchführbar ist. Doch ergibt es Sinn für das Unternehmen, sie umzusetzen? Hier muss das aktuelle Portfolio des Unternehmens und die Richtung der Unternehmensstrategie berücksichtigt werden. 

Falls eine großartige Idee nicht zum Unternehmensportfolio passt, kann es sie aber dennoch realisieren. 

Das Unternehmen nutzt in diesem Fall den Wert der Idee, indem es ein Spin-out oder Spin-off durchführt. Abgesehen davon, dass die Idee Kapital generiert, ist sie dann außerdem ein motivierendes Beispiel für Unternehmensinnovationen und Mitarbeiterinitiativen.

 

Warum Innovationsmanagement? 

Das Innovationsmanagement ist aus drei Gründen für Organisationen und Unternehmen nützlich: 

  1. Es hilft, die besten Ideen zu finden und einzuführen. Es erreicht das durch Optimierung der Ideengenerierung und der Einführungsprozesse. Die Nutzung der Expertise und des Marktwissens der eigenen Mitarbeitenden ist ein Weg, wertvolle Einblicke und neue Ideen zu erhalten.    
  2. Verlässlicher ROI: Innovationen zu managen, ermöglicht es Unternehmen, widerstandsfähige Prozesse zu schaffen, die langfristig hohe Kapitalrenditen generieren. 
  3. Höhere Rendite auf Gehälter: Mitarbeitende zu befähigen, innovativ zu sein, indem ihre Inputs geschätzt und im Innovationsprozess des Unternehmens angewendet werden, erhöht die Motivation und ermutigt sie zu Projekten, in denen sie ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzen können.

 

Wie du eine Innovationskultur schaffst

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Innovationsmanagement anzunehmen, geht normalerweise Hand in Hand damit, eine langfristige Innovationskultur zu schaffen. 

  1. Entferne Hindernisse. Diese entstehen oft durch bestehende Prozesse und im oberen Management. 
  2. Schaffe eine interne Innovation Brand, auf Dauer angelegt und klar verständlich für alle Mitarbeitende. Schnell wechselnde Programme und Initiativen werden zumeist übersehen oder nicht ernst genommen. 
  3. Lass Scheitern zu und wertschätze es. Es erfordert Mut und viele Tage an Vorarbeit, bis eine Idee präsentiert werden kann – aber nur ein paar Minuten, um sie ad acta zu legen. Stell sicher, dass die Mühen hinter dem Scheitern respektiert und belohnt werden. 
  4. Um Ideen ständig fließen zu lassen,solltest du deiner Innovationsbewegung Anerkennung zollen, unabhängig ihres Erfolges und ihrer Position. 
  5. Hol dir Support vom Top-Management. Verdeutliche, dass du das nicht zum Spaß machst, sondern dass das Management deine Bemühungen anerkennt und etwas von der Bewegung erwartet. 
  6. Leuchtturmprojekte. Das sind kurzfristige, gut definierte, messbare Projekte, die als Modell – oder „Leuchtturm“ – für andere ähnliche Projekte in deiner Organisation dienen. Leuchtturmprojekte wirken als schnelles Erfolgserlebnis, das Dynamik aufbaut.
  7. Brich Silos auf. Wenn du auf einen Bauernhof gehst, sind Silos diese großen, fensterlosen Gebäude, in denen Getreide gelagert wird. Und wenn du in einem Silo arbeitest, wirst du weder von Leuten gesehen, noch siehst du Leute selbst. In einem großen Unternehmen bedeutet ‚in Silos arbeiten‘, dass Abteilungen keine Informationen austauschen, sei es aus Faulheit oder internem Wettbewerb. Wenn du Silos aufbrichst, bringst du den Informationsfluss wieder in Gang.

 

Wie überzeugst du das obere Management von der Notwendigkeit für Innovationen?

Mach ihnen klar, dass du nicht einfach nur innovieren möchtest, weil das gerade im Trend liegt. Innovation ist ein essenzieller Bestandteil einer freien Marktwirtschaft und hat ein eindeutiges Ziel: Mehr Geld zu machen. Das wird erreicht, indem durch sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt oder bestehende verbessert werden. 

Hier sind einige weitere gängige Argumente, die Innovationsmanagern helfen können, das obere Management für Innovationen zu sensibilisieren: 

  1. Zeige Störungsrisiken in deiner Branche auf. Gib Beispiele für gestörte Branchen und was mit Unternehmen passiert, die nicht am Ball bleiben. 
  2. Entwickle Fähigkeiten. Durch Einbeziehen verschiedener Unternehmensteile schaffst du neue Fähigkeiten und demnach ein ausgewogeneres Team.   
  3. Geringe Kosten. Innovation muss nicht teuer sein. Heutzutage lassen sich Innovationen und unterschiedliche Ideen schnell und günstig testen – und jederzeit stoppen, sollten sie nicht funktionieren.  
  4. Beobachte deine Konkurrenz und weise auf das Bedürfnis für Innovationen hin. 

 

Wie du das perfekte Innovationsteam aufstellst 

Im Aufbau ist es wichtig, das Innovationsteam von aktuellen Organisationsstrukturen zu lösen und es ihm möglich zu machen, wie in einer Sandkastenstruktur tätig zu sein. Nach dieser Anfangsphase muss die Innovationskultur jedoch zurück in die Organisation als Ganzes eingehen. Eine kleine Parallelgesellschaft, die innerhalb eines Unternehmens nur unter sich ein paar Innovationen ausarbeitet, ist nur wenig zielführend.  

Entscheidende Fähigkeiten eines Innovationsteams sind Wissen in No-Code und No-Design, um schnell funktionierende Prototypen zu schaffen und Ideen zu validieren.  

Ein Innovationsteam sollte die folgenden Rollen besetzen:

  1. Der Intrapreneur hat bereits ein Unternehmen oder Startup gegründet und bringt den nötigen Antrieb und ein starkes Mindset mit. 
  2. Das Netzwerk kennt die richtigen Leute und kann mit nur einem Anruf Bottlenecks und Hindernisse entfernen.
  3. Der Community-Manager

    baut eine Mitarbeiterbewegung auf, die erpicht auf Innovationen in deinem Unternehmen ist. 

  4.  Scouts bringen neue Einblicke in die Organisation, indem sie Kontakt zu Innovator:innen oder Startups außerhalb des Unternehmens knüpfen.                                    

Offene Innovation im Innovationsmanagement 

Offene Innovation ermöglicht es verschiedenen Unternehmen und Wissensknotenpunkten, ihre Fachkompetenzen zu kombinieren. Wo Überschneidungen auftreten, werden neue Ideen geschaffen. So können wir mit beweglichen Talenten arbeiten, die nicht in die geschäftliche Umgebung passen würden 

Der Schlüssel für offene Innovation ist Vertrauen. Wenn eine gemeinsame Sprache zwischen den Partnern geschaffen wird, kann eine engere und effektivere Beziehung entstehen. 

Offene Innovation erfordert eine bestehende Innovationskultur in einer Organisation. Nur um der Sache willen mitzumachen, führt auf lange Sicht nicht zu Erfolg und erhofften Renditen. Der offene Innovationsprozess muss in einen Funnel integriert sein, in dem Ideen schnell getestet und validiert werden können. 

 

Was sind die wichtigsten Herausforderungen des Ideenmanagements? 

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Die zwei wichtigsten Herausforderungen im Ideenmanagement sind tote Ideen und Zombie-Ideen. 

1. Tote Ideen 

Problem: Wir haben viele Ideen, aber es passiert nichts mit ihnen. Sie sterben einfach still und heimlich. 

Lösung: Richte einen klar definierten Prozess ein, der Innovator:innen sowohl befähigt als auch verpflichtet, ihre Idee durchzuziehen, bis sie scheitern.  

2. Zombie-Ideen

Problem: Schlechte Ideen überleben zu lange und binden Ressourcen. Sie wollen einfach nicht einsehen, dass sie tot sind! 

Lösung: Stell sicher, dass es einen konstanten Fluss an neuen Ideen gibt.  

Anschließend solltest du jedoch eine Methode zum schnellen Scheitern mit kurzen Testschleifen einrichten, damit der selektive Druck oben bleibt.

 

Wie kannst du die Idee in die Umsetzungsphase bringen?

Das ist eines der häufigsten Probleme. Du hast Ideen, aber was jetzt? Um sicherzustellen, dass etwas mit ihnen passiert, gehst du folgendermaßen vor: 

  1. Mit großer Macht kommt große Verantwortung, also gib ihnen Macht: Schaffe Ownership und Verantwortung für den Ideengebenden. Er ist jetzt der Kapitän und kann entscheiden, welchen Kurs die Idee einschlagen wird.
  2. Urteile nicht zu früh. Lass die Leute hinter der Idee sie mit Daten belegen und gib ihnen genügend Zeit dafür. Anschließend kannst du gerne gnadenlos über sie urteilen. 
  3. Lebe die Tag-1-Philosophie. In einem Brief an die Shareholder schrieb Jeff Bezos 2016: „Wenn Sie ständig bei Tag 1 bleiben, müssen Sie geduldig experimentieren, Fehlschläge hinnehmen, Samen pflanzen, Setzlinge hegen und erst recht am Ball bleiben, wenn Sie zufriedene Kunden sehen." Das bedeutet, so zu tun, als wäre es immer der erste Tag deines Unternehmens. So musst duständig herausfinden, was du eigentlich machen wirst.
  4. Bestrafe Fehlschläge nicht. Mitarbeitende, die früh mit ihrer Idee gescheitert sind, haben Mehrwert für das Unternehmen geschaffen, da sie Ressourcen gespart haben, die ansonsten für ein Moonshot-Projekt verschwendet worden wären. 
  5. Versuch’s nochmal. Ermutige gescheiterte Mitarbeitende eindringlich, es mit einer anderen Idee nochmal zu versuchen. Sie haben aus ihrem fehlgeschlagenen Projekt gelernt und sie es nicht nochmal versuchen zu lassen, wäre eine gewaltige Verschwendung dieser Schulungsmaßnahmen.
  6. Rollenvorbild:Hol Innovator:innen an Bord, die halten, was sie versprechen. Sie können intern oder extern sein, allerdings müssen sie beziehbar sein und aufrichtiges Interesse und Engagement am Ideenprozess deines Unternehmens oder der ganzen Branche zeigen.
  7. Absegnung des Managements.Das lässt jeden Mitarbeitenden verstehen, dass er aufs Ganze gehen kann und nicht bestraft wird, wenn er Risiken bei der Validierung seiner Ideen eingeht.

 

Wie kannst du Innovationen messen?

Innovationen über einen langen Zeitraum hinweg zu messen, entscheidet darüber, ob der Innovationsmanagementprozess eines Unternehmens funktioniert oder ob er im Namen der schöpferischen Zerstörung durch etwas Besseres ersetzt werden sollte. Im Gegensatz zur Erfüllung eines Umsatzziels, ist Innovation jedoch ein eher unklares Konzept. Aus diesem Grund solltest du Innovationen am besten mit harten und weichen Methoden messen: 

  1. Miss über Ergebnisse hinaus: Zähle, wie viele Mitarbeitende im Innovationsprozess einbezogen waren. 
  2. Deine Innovationsprojekte sind Startups: Nutze Funnel-Kennzahlen, die Wagniskapitalfonds zur Bewertung von Startups heranziehen, anstelle von traditionellen internen Kennzahlen. Zum Beispiel: aus 50 Ideen wird eine zu etwas Großem und schafft eine Rendite von 60 Ideen.  
  3. Denk langfristig: Konzentriere dich nicht auf kurzfristige Kapitalrenditen, denn das wird dich nur enttäuschen. Wenn der Funnel und die Gates solide und richtig eingerichtet sind, benötigt es Zeit, bis das Potenzial Realität wird.   
  4. Miss Fehlschläge und vermeide Verschwendung: Das schließt kleine Ideen ein, die es nicht durch den Funnel geschafft haben, aber trotzdem im kleineren Umfang eingeführt werden können.
  5. Miss dein Employer Branding: Innovationsinitiativen verändern die äußerliche Wahrnehmung deines Unternehmens als innovative Kraft in deiner Branche. Das lässt sich mit einer Sentimentanalyse von Social Media Kanälen messen, in denen Diskussionen über dein Unternehmen stattfinden. An Innovationen interessierte Talente anzuziehen, wird dich weiter unterstützen können, deinen Innovations-Funnel zu verbessern und langfristig erfolgreicher zu sein.